Der Vereinsblog

16. November 2011

Bau dir dein Jahresgaben-Heft!

Abgelegt unter „Sehenswert ” von Beate Anspach um 17:44

31. Oktober 2011

Venedig Biennale 2011

Abgelegt unter „Reisebericht,Review ” von Annette Hans um 18:54

Zuvor hatte ich viel Kritik gehört und gelesen, aber: ich teile diese Meinung nicht. Naturgemäß ist nicht jede Arbeit und jeder Pavillon uneingeschränkt großartig – das wäre auch viel verlangt bei der schieren Menge an Positionen. Denn in wie vielen kleineren Ausstellungen findet man schon jede Arbeit toll?

Es gab natürlich auch negative Highlights wie den venezianischen Pavillon, der sogar den italienischen noch übertroffen hat. Auch Boltanski ist meiner Meinung nach vor allem großspurig und pathetisch und verhandelt das komplexe Ausgangsthema kaum. Eine Reduktion des Lebenslaufes auf Produktionsästhetik mit Zählwerk, auf Irrläufe und Partizipation über ein altbekanntes und beliebtes Spiel, das aus der 3-Teilung Stirn, Nase, Mund neue Gesichter generiert reicht für mich nicht besonders weit. Da haben Allora & Calzadilla mit ihrem musikalischen Geldautomaten Partizipation schon netter gestaltet. Vollends ausgereift gab es dann Besucherteilhabe in der Biennale-Ausstellung von Norma Jeane: Bei der Eröffnung war es wohl noch ein großer Block aus Knetgummi in den Farben Schwarz, Weiß und Rot. Mittlerweile ist der ganze Raum von einer weniger minimalen, sondern eher abstoßenden Ästhetik: ein wildes Gemisch aus Knete, wenig künstlerisch und nur manches Mal humorvoll, so das Werk vermutlich unzähliger, an dieser Stelle aufatmender Schulklassen.

Norma Jeane

Norma Jeane

Ansonsten gab es viel Schönes – und ich meine wirklich ästhetisch schön, aber das soll ja kein Hindernis sein. Es fiel nur auf, machte allerdings auch den Arsenalebesuch sehr angenehm, da einzelne Arbeiten wie auch ganze Raumensembles präzise komponiert waren. Sehr gut gefallen haben mir die Arbeiten von Annette Kelm mit ihrer Thematisierung von Fotografie als Praxis ebenso wie ihren abstrakten Verschmelzungen zwischen Motiv und Hintergrund. Ein schönes Pendant hatten sie in den Fotografien von Elad Lassry, dessen Film mir allerdings im nicht unbedingt positiven Sinne rätselhaft war. Seltsam roh inmitten der ganzen Ästhetik und – selbst wenn irritierend wie bei Emily Wardill – perfekten filmischen Arbeiten war die Doppelkanalprojektion von Mohamed Bourouissa, die junge Männer anhand des Pokerspiels porträtierte, indem er dokumentarische und Interviewmaterialien unprätentiös aber ohne der Zufälligkeit trashiger Aufnahmen zu erliegen kombinierte. Weiterhin gelungen die Arbeiten von Shahryar Nashat, Josh Smith, der auch eine sehr schöne Buchpräsentation im Bibliothekspavillon hat, außerdem Carol Bove sowie die beiden Para-Pavillons von Monica Bonvicini und Oscar Tuazon (in den Giardini im Außenbereich).

Carol Bove - Arsenale (Detail)

Carol Bove - Arsenale (Detail)

Oscar Tuazon - Giardini

Oscar Tuazon - Giardini

Beiden gemeinsam war die bühnenhafte Leere – einmal in glänzender Inszenierung verschiedener Treppenfragmente (Bonvicini) und einmal in rohem Beton in prekärer Schieflage mit Abbruchästhetik. Ob es die Malerei von Ida Ekblad auf der Rückseite gebraucht hätte, ist eine andere Frage. So oder so aber war sein Pavillon ein angenehm rudimentärer Kommentar auf die exponierten Architekturen der Pavillons. Besonders, weil inmitten der Leere nichts geschah und auch die Soundinstallation nicht lief – aber das ist natürlich der Luxus der Zuspätgekommenen…

Ansonsten gab es aber erstaunlich wenig Schäden: Auf den Finnischen Pavillon war ein Baum gestürzt, vieles andere staubig und von Spinnen bewohnt, aber ansonsten voll instand. Sogar die so empfindlichen Arbeiten von Karla Black im schottischen Off-site-Pavillon. Sehr schön hier die kleinen, hängenden Papierarbeiten, die den großen, unmittelbarer materiallastigen Arbeiten ein schönes Pendant zur Seite stellen. Der Seifengeruch war etwas entwichen, so dass ich mir vorstellen kann, dass die Arbeiten nun weniger penetrant und damit selbstgenügsamer waren, aber so oder so wieder ein lohnenswerter Spaziergang dorthin. Das kann man von diversen anderen Off-site-Orten allerdings nicht unbedingt behaupten.

Karla Black - schottischer Pavillon

Karla Black - schottischer Pavillon

Aber zurück in den hinteren Bereich der Giardini. Der klaustrophobisch inszenierte österreichische Pavillon beherbergte einen wiederum äußerst präzisen Film von Markus Schinwald sowie Malereien und kleine Objekte aus Möbelbeinen an seltsamen Orten. Kleine Gesten zwar, aber gerade deshalb umso wirkungsvoller. Und der Film ergänzte sie in seiner Absurdität – sowohl der menschlichen Handlungen als auch der „Verhaltensweisen“ von Objekten und Architektur.

Auch die Filme von Yael Bartana im polnischen Pavillon zeichneten sich durch eine spezifische Inszenierung des Seltsamen aus. Dem stand der ungarische Pavillon mit Crash – Passive Interview von Hajnal Németh nichts nach. Als gefilmte und in Form von Librettos vorgetragene Interviewsituationen erläuterten und verwirrten sie die Präsentation des gecrashten BMWs ganz wunderbar. Besonders die in BMW-Produktions- oder Präsentationstätten (?) geführten Dialoge waren bemerkenswert.

Hajnal Németh: CRASH - Passive Interview, video still, 2011, camera: István Imreh

Hajnal Németh: CRASH - Passive Interview, video still, 2011, camera: István Imreh

Den Pavillon von Uruguay haben zwei Künstler bespielt, wobei mir der Film von Alejandro Cesarco aufgefallen ist. Einmal wegen der speziellen Art der Präsentation – ein Stativ hielt die kleine Projektionsleinwand quasi von rechts ins Bild – und einmal wegen der so persönlichen und ruhigen Dialogform, die immer wieder durch kompositorische Eigenheiten ästhetisiert und relativiert wurde.

Die restlichen Pavillons waren zwar auch weitgehend solide, haben sich aber auch nicht unbedingt durch etwas ausgezeichnet. Hirschhorn bei den Schweizern vielleicht noch, aber von ihm bin ich kein Fan, muss aber zugeben, dass mich der Wahnsinn, mit dem alles in einer Kristallstruktur untergeht, doch beeindruckt hat.

Josh Smith

Josh Smith

Zum Schluss noch der ehemalige italienische Pavillon: Auf der Front die Ankündigung „Illuminations“ von Josh Smith, im ersten Hauptraum dann die Enttäuschung gut bewachter aber nicht wirklich wirkender Tintorettos. Den Beweggrund, sie dort auszustellen, habe ich leider für mich nicht ergründen können. Und die Sicherungssysteme der wertvollen Gemälde waren auch irgendwie seltsam: Ominöse, weiße Keile, die auch andernorts zum Einsatz kamen, zumeist aber nicht ganz so fremd wirkten wie dort. Der weitere Rundgang hat dann die erste Enttäuschung wieder wett gemacht: Seltsame Filme von Nathaniel Mellors, ein schöner Film von Omer Fast, Malerei (?)/ Installation von Das Institut (die wohl auch hier im Norden bald zu sehen sein werden, wie ich hörte) und Objekte von Nairy Baghramian. Was es mit Polke und der Biennale-Ausstellung auf sich hat, weiß ich auch nicht so recht, aber sein Polizistenschwein, von zwei der ausgestopften Cattelan-Tauben beäugt, hat mich erfreut.

Trotzdem: Es war letztlich aber doch wieder angenehm im Museo Correr in kleiner, aber feiner Manier eine normal dimensionierte Ausstellung von Julian Schnabel zu sehen. Und wäre der von Carlo Scarpa an der Piazza San Marco gestaltete Olivetti-Showroom offen gewesen, hätte dieser sicher zu den Highlights der Venedigreise gezählt.

Carlo Scarpa - Olivetti Showroom

Carlo Scarpa - Olivetti Showroom

13. Oktober 2011

“Workshop in progress” im Kunstverein. Ein Film von Jasmin Luu

Abgelegt unter „Sehenswert ” von Beate Anspach um 14:50

30. September 2011

Plamen Dejanoff über “The Bronze House” bei whitetube.de

Abgelegt unter „Sehenswert ” von Beate Anspach um 13:23

30. August 2011

Z wie zappenduster

Abgelegt unter „Sehenswert ” von Beate Anspach um 10:29

4. August 2011

Ein kleine Reise durch Lettland und Litauen

Abgelegt unter „Reisebericht ” von Annette Hans um 17:08

Ein kleine Reise durch Lettland und Litauen, Juli 2011, 2 Wochen
Von Riga – nach Liepaja – nach Nida – nach Vilnius – nach Kaunas – nach Nida

 

Riga, die Schöne mit den Jugendstil- und Art Déco-Häusern, den Parks und der Kamerabewachung. Die Kriminalität und das Nachtleben, das den Tourismus wohl boomen lässt, haben wir verpasst, so dass Riga mir als eine ruhige Großstadt mit einer angenehmen Portion entspannten Lebensstils erschien. Vielleicht bedingt durch einen guten Anfang an einem Ort, der irgendwo zwischen Galerie, Gadget-Laden und Restaurant mit Miniaturküche lag (in einer Querstraße zur Lacplesa). Sehr zu empfehlen, nicht der Kunst wegen, sondern des Essens halber.
Kunstmäßig, nun ja, wir waren im kim? (Abkürzung der Frage „Was ist Kunst?“), dem wohl als Vorläufer zu einem Museum oder einer Kunsthalle geplanten, einzigen institutionellen Ort für zeitgenössische Kunst. Es gab ein Screening-Programm und 2 Ausstellungen, die sehr schwarzweiß angehaucht waren und recht beliebig wirkten.
Was ich aber sehr wunderbar fand, war die Feststellung, das im Lettischen Namen in die Sprache eingepasst werden: „Suzenas Sontagas camp kino“.
Hinter den großen Markthallen gelegen, wird auch hier ein ehemals semi-industriell geprägtes Gebiet langsam zu einem Ort der Kultur umgemodelt. Neben dem kim? mit seinem vielleicht etwas zu schicken Restaurant gibt es noch Cafés und Kneipen, die verschiedene kulturelle Aktivitäten im Programm haben, usw.
Das verbindende Element unserer Erfahrungen mit Kunst in Riga schienen ausgestopfte Tiere zu sein. Zumindest begegneten sie uns in dem zweiten größeren Ausstellungsraum, in den man uns schickte, wieder. „Riga Art Space“, sollte eigentlich ein Parkhaus unter dem Rathausmarkt werden, wurde aber dann zu einer Ausstellungshalle umgebaut. Es gibt dort 2 Räume: einen großen, von Saulen strukturierten Raum (eigentlich ist es eine Halle, aber gefühlt passt das Wort nicht recht, da man sich ja unter der Erde befindet – so guckt man auch zunächst auf die Ausstellung runter, da man ja von weiter oben kommt…) und einen kleineren White Cube, der sich vor allem den jüngeren lettischen Künstlern und Kuratoren widmet, da es für sie dort nicht viele unkommerzielle Projekträume gibt. Es gibt ein paar Galerien, aber die scheinen vorwiegend auf etablierte, teils dekorative Malerei gebucht zu sein.
Als wir im Art Space waren, gab es eine Ausstellung lettischer Angewandter Kunst (“Decorative and Applied Arts in Latvia (1960-1990) from the Collection of the Latvian Artists Union”) und Kristians Brekte (*1981, lebt in Riga) im Intro-Raum. Leider war seine Austellung – trotz oder gerade wegen ausgestopfter Tiere ??? – ein Trauerspiel im Gegensatz zu der souveränen Textil-Ausstellung: Sehr voll, aber tipp-topp gehangen, stoffbezogene Sockel und graue Stellwände, die auch genau das waren und nicht so taten, als seinen sie wirklich Wände, die schon immer dort standen , d.h. ohne so breit zu sein wie die Säulen etc. Seit der Reise bin ich der festen Überzeugung, dass man Stellwände wirklich klassischerweise am besten Stellwände sein lassen sollte und nicht whitecubeartige Wandimitationen.

 

 


Noch 2 sehr angenehme Atelierbesuche und ansonsten Architektur.
Der Vater von Sergeij Eisenstein war in Riga als Architekt tätig und hat dort einige sehr imposante Bauten geschaffen. Hier kann man auch sehr schön einen Übergang vom Historistischen, übers Florale zum eher mechanisch-kantigen beobachten. Diese Prachtbauten konzentrieren sich zwar auf ein paar wenige Straßen, aber gerade bei weiter gefassten Streifzügen lässt sich noch das eine oder andere Schätzchen entdecken. Der Art-Déco-Bestand ist auf jeden Fall immens.
Weiter ging’s nach Liepaja und Karosta – sehr zu empfehlen, wenn man sich günstig ein verfallenes Holzhaus oder einen Plattenbau kaufen möchte –: ein traumhafter Strand und ein nettes gemütliches Städtchen.

 

Karosta

 

Danach einige Tage auf der Kurischen Nehrung, in der Nida Art Colony. Die Kolonie befindet sich an einem überaus traditionellen Ort, denn dort hat schon Thomas Mann seine Sommerfrische genossen, ebenso wie diverse andere Künstler. Wunderbar gelegen zwischen dem Dorf Nida, das zum Haff hin gelegen ist, und dem Strand, unweit der großen Parnides-Düne. Die Kolonie ist in ihrer jetzigen Form sehr neu (die ersten Residents waren dort im Frühjahr diesen Jahres) und ist der Kunstakademie in Vilnius angeschlossen. Es gibt einerseits 5 Studios für Residencies, die jeweils zweistöckig sind und in denen man gut leben und arbeiten kann. Außerdem gibt es noch ein zweites Gebäude, in dem kleine 1-Zimmer-Appartements sind, in denen öfters Studenten aus Vilnius untergebracht sind, wenn für sie Workshops stattfinden, oder Tagungsgäste etc. bei anderen Veranstaltungen.
Das eine oder andere muss sich sicher noch einpendeln, aber alles in allem schon lohnenswert. Im nächsten Jahr gibt es auch ein vom Goethe-Institut finanziertes Residency für einen deutschen Künstler. Ich finde, bewerben lohnt sich (noch gibt es allerdings keine Ausschreibung).

Früher gab es noch ein Residency für Schriftsteller in Nida, das aber wohl eingestellt wurde. Heute ist das Areal in ein Hotel umgewandelt, aber die Architektur ist speziell und das Dachterrassenrestaurant hat einen erstklassigen Ausblick.

 

 

Vilnius: Die Stadt der Kirchen und des Barock wie es scheint – das hatte ich nicht so ganz vermutet. Die Jesuiten haben sich dort recht breit gemacht und es gab eine große Anzahl von Klöstern. Und wie Riga wiederum eine Stadt mit angenehmem Lifestyle – das mag aber auch diesmal an Sommerzeit und Sonne gelegen haben (ich glaube aber nicht nur). Die Gebäude der Kunsthochschule liegen in der Innenstadt (außerdem betreibt sie Ableger in anderen litauischen Städten, so dass man de facto in Litauen nur an ihr studieren kann). Die hochschuleigene Galerie allerdings war eine Enttäuschung. Sie scheint mit den Studierenden aber so gar nichts zu tun zu haben und zeigte ältere, nicht besonders gute Kunst. Das Center for Contemporary Art ist da schon ganz anders, obwohl die Ausstellungen beide auch keine Highlights waren (zeitgenössische österreichische Kunst und litauische Grafik). Am präsentesten war die Innenraumgestaltung eines Künstler-Designers: Flugzeugflügel als Tresen, Plastikwannen als Regal und Sitzgelegenheiten sowie weitere mit Plane bespannte Sitzgelegenheiten, die man leicht für die Hauptarbeit halten konnte.
Die Szenetreffpunkte sind das CAC-Café und das Gorki – beide mit angenehmer Stimmung und netten Gästen – so wurde uns gesagt.
Über das Zentrum hinaus ist es auch recht interessant, sich ein bisschen in andere Bezirke vorzuwagen – auch wenn die Einheimischen uns davon abrieten, dort zu Fuß unterwegs zu sein.

 

 

Hier findet man dann auch wieder reichlich Platte und am Rande, am Fluß gelegen, das Nationalmuseum für Kunst. Ein schöner Bau mit ebenfalls schönen Arbeiten. Bis auf Deimantas Narkevicius war mir (da ich mich in der Region wirklich gar nicht auskenne) niemand ein Begriff, so dass es auch ein bisschen was zu entdecken gab.
Kommerzielle Galerien gibt es in Vilnius scheinbar so gut wie keine. Die einzige Ausnahme ist nach dem Weggang von Tulips & Roses die Galerija Vartai mit schönen Räumen und einer ganz gelungenen, wenn auch etwas sehr formalistischen Ausstellung von Pierre Labat und Tomas Martisaukis.

Auf dem Rückweg noch ein Stop in Kaunas mit einigen erstaunlichen Entdeckungen; unter anderem ein Betonmonument am Stadtrand, das Treffpunkt der Jugendlichen ist und an die im dortigen KZ getöteten gemahnt. Sehr beeindruckend.

 

 

Wie übrigens auch die so wunderbar gestalteten Bushaltestellen Litauens.

1. August 2011

And the winners are:

Abgelegt unter „Sehenswert ” von Beate Anspach um 18:19

Herzlichen Glückwunsch! Bezüglich des Poster-Versandes werden wir uns noch einmal bei euch melden. Die Entscheidung ist der Jury allerdings nicht leicht gefallen. Alle anderen, die dieses Mal leider leer ausgehen, danken wir für ihre Beiträge. Und hoffen auf ein Wiedersehen im Kunstverein.

Fotoaktion Charley Harper

Abgelegt unter „Sehenswert ” von Schlagwörter: , , — Beate Anspach um 18:17

Die Fotoaktion zu Charley Harper ist heute zu Ende gegangen. Und wir haben großartige Bilder erhalten. Vielen, vielen Dank an alle, die sich daran beteiligt haben. Hier noch einmal alle eingereichten Fotos:

28. Juli 2011

Der Kunstvereins-Bus im Urlaub!

Abgelegt unter „Sehenswert ” von Beate Anspach um 14:22

Ja, auch Autos haben mal frei und gehen auf große Reise. Und so bekam der Kunstvereins-Bus auch richtig was zu sehen. Wir haben ihn vermisst und sind froh, dass er unbeschadet wieder zurück ist. Aber er hat wohl echt Spaß gehabt:

 

 

 

30. Juni 2011

Neue Kunst in Hamburg 2011

Abgelegt unter „Review ” von Annette Hans um 17:31

 

Die Sehnsucht neuer Bilder… nicht ganz einfach, einen Verein Neue Kunst in Hamburg zu nennen, aber so oder so, ein schönes Projekt der Künstlerförderung: Ein relativ luxuriöses Reisestipendium mit anschließender Ausstellung. Das Einladen eines unabhängigen Kurators von außerhalb ist aus meiner Perspektive ein wichtiges Zeichen in einer Stadt, in der der Klüngel bei der Vergabe von Stipendien zwar nicht thematisiert aber eigentlich genauso groß geschrieben wird, wie in Köln.

Auch diesmal finden die Präsentationen in den Galerien auf der Fleetinsel statt (warum eigentlich nicht bei Becker?) und auch das eigentlich ein ganz schönes Modell, da es jedem Künstler die Möglichkeit gibt, für sich alleine und mit etwas Raum, seine Arbeiten auf seine Weise zu zeigen. Andererseits könnte man sich von den Galerien vielleicht ein bisschen mehr ehrliche Adoption der Ausstellungen wünschen.

Auf der anderen Seite hätte ich mir von der einen oder anderen Präsentation ein bisschen mehr Aufmerksamkeit und Mühe gewünscht. Für mein Empfinden wirkte nicht alles hoch motiviert – und das finde ich eindeutig schade. Denn wie auch immer man zu den Bedingungen stehen mag: wer mit macht, macht mit und dann geht es letztlich doch hoffentlich immer um die eigene Arbeit und damit auch eine gewisse Konsequenz sich selbst gegenüber.

Gefühlt galt die Devise: Weniger ist mehr. Was durchaus eine Erleichterung sein kann, aber ehrlich gesagt, weiß ich nicht so recht, was ich von der Neuen Kunst halten soll. Das Folgende sind einfach ein paar Gedankensplitter und vielleicht Anlass für eine Diskussion und sollten nicht zu ernst genommen werden.

Am meisten nachgedacht zu haben scheint Burk Koller, der, wenn man mit ihm spricht, seinen Arbeiten einen ganz hervorragenden Zauber verleihen kann. Insofern etwas schade, dass er (und damit meine ich den Künstler selbst) in seiner eigentlichen Arbeit gefühlt eher nicht vorhanden war. Ein bisschen schade auch, dass er sich so auf Bas Jan Ader konzentriert hat und der Look der Arbeiten und die Referenz den gewünschten Inhalt aufgrund der so gewohnten Ästhetik ein bisschen überschattet.

Im Ansatz interessant fand ich auch die Präsentation von Christoph Rothmeier. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich die Konkurrenz zwischen Sound und skulptural animierter Präsentation so genuin förderlich finde.

Tobias Kaspars Hoteleingangs-Fotos waren im Raum schön platziert wurden aber für mich durch die Guillotinen-Tassen gestört, mit denen ich nicht so wirklich etwas anfangen konnte. Grundsätzlich hat mir, wie bei Burk Koller im Jahr davor im Übrigen auch, seine Diplomarbeit an der HfbK besser gefallen.

Tja, und zwischendrin der BLAU-Raum mit einer herrlich emotionalen Installation, der die restlichen Präsentationen teilweise noch liebloser erscheinen ließ. Ist das nun ein Problem des: Ich habe mein Stipendium, meine Reise gehabt, was soll ich jetzt noch mit der Ausstellung? oder mangelnde Wertschätzung oder mangelnde Unterstützung?

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