Die Sehnsucht neuer Bilder… nicht ganz einfach, einen Verein Neue Kunst in Hamburg zu nennen, aber so oder so, ein schönes Projekt der Künstlerförderung: Ein relativ luxuriöses Reisestipendium mit anschließender Ausstellung. Das Einladen eines unabhängigen Kurators von außerhalb ist aus meiner Perspektive ein wichtiges Zeichen in einer Stadt, in der der Klüngel bei der Vergabe von Stipendien zwar nicht thematisiert aber eigentlich genauso groß geschrieben wird, wie in Köln.
Auch diesmal finden die Präsentationen in den Galerien auf der Fleetinsel statt (warum eigentlich nicht bei Becker?) und auch das eigentlich ein ganz schönes Modell, da es jedem Künstler die Möglichkeit gibt, für sich alleine und mit etwas Raum, seine Arbeiten auf seine Weise zu zeigen. Andererseits könnte man sich von den Galerien vielleicht ein bisschen mehr ehrliche Adoption der Ausstellungen wünschen.
Auf der anderen Seite hätte ich mir von der einen oder anderen Präsentation ein bisschen mehr Aufmerksamkeit und Mühe gewünscht. Für mein Empfinden wirkte nicht alles hoch motiviert – und das finde ich eindeutig schade. Denn wie auch immer man zu den Bedingungen stehen mag: wer mit macht, macht mit und dann geht es letztlich doch hoffentlich immer um die eigene Arbeit und damit auch eine gewisse Konsequenz sich selbst gegenüber.
Gefühlt galt die Devise: Weniger ist mehr. Was durchaus eine Erleichterung sein kann, aber ehrlich gesagt, weiß ich nicht so recht, was ich von der Neuen Kunst halten soll. Das Folgende sind einfach ein paar Gedankensplitter und vielleicht Anlass für eine Diskussion und sollten nicht zu ernst genommen werden.
Am meisten nachgedacht zu haben scheint Burk Koller, der, wenn man mit ihm spricht, seinen Arbeiten einen ganz hervorragenden Zauber verleihen kann. Insofern etwas schade, dass er (und damit meine ich den Künstler selbst) in seiner eigentlichen Arbeit gefühlt eher nicht vorhanden war. Ein bisschen schade auch, dass er sich so auf Bas Jan Ader konzentriert hat und der Look der Arbeiten und die Referenz den gewünschten Inhalt aufgrund der so gewohnten Ästhetik ein bisschen überschattet.
Im Ansatz interessant fand ich auch die Präsentation von Christoph Rothmeier. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich die Konkurrenz zwischen Sound und skulptural animierter Präsentation so genuin förderlich finde.
Tobias Kaspars Hoteleingangs-Fotos waren im Raum schön platziert wurden aber für mich durch die Guillotinen-Tassen gestört, mit denen ich nicht so wirklich etwas anfangen konnte. Grundsätzlich hat mir, wie bei Burk Koller im Jahr davor im Übrigen auch, seine Diplomarbeit an der HfbK besser gefallen.
Tja, und zwischendrin der BLAU-Raum mit einer herrlich emotionalen Installation, der die restlichen Präsentationen teilweise noch liebloser erscheinen ließ. Ist das nun ein Problem des: Ich habe mein Stipendium, meine Reise gehabt, was soll ich jetzt noch mit der Ausstellung? oder mangelnde Wertschätzung oder mangelnde Unterstützung?































